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Kinotipps II

Ich war wieder im Kino und kann einige Filme empfehlen bzw. nicht empfehlen.

SCHANDE / DISGRACE (im Votivkino gesehen)

Eine Verfilmung des südafrikanischen Literaturnobelpreisträgers J.M. Coetzee – ein in die Jahre gekommener Literaturprofessor (dargestellt von John Malkovich) wird nach einer Affaire mit einer Studentin vom Dienst suspendiert und flüchtet von Kapstadt vorübergehend zu seiner Tochter, die eine entlegene Farm bewirtschaftet. Diese scheinbare Idylle entwickelt sich bald zum Albtraum und spiegelt die jahrzehntelange Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung und den gesellschaftlichen Umschwung wider. Ein toller Film, aber man verlässt das Kino mit einem bedrückenden Gefühl in der Magengegend.

DAS GANZES LEBEN LIEGT VOR DIR (gesehen im Urania Kino)

Die italienische Studentin Marta hat gerade ihr Philosophie Studium beendet und ist nun auf Jobsuche, die sich leider nicht so einfach gestaltet wie gedacht. Um nicht arbeitslos zu sein, nimmt sie einen schlecht bezahlten Teilzeitjob in einem Call Center an, wo sie möglichst viele Wasserfilter verkaufen soll. Ein etwas überspitzt gezeichnetes Bild der heutzutage leider zu oft vorkommenden prekären Arbeitsbedingungen, aber dennoch sehr realistisch. Witzig und sehenswert!

VERTRAUTE FREMDE (gesehen im Cine Center)

Thomas, ein etwa 50jähriger Comic Zeichner steigt bei der Heimreise in den falschen Zug ein und landet statt in Paris im Heimatort seiner Jugend. Als er dort das Grab seiner Mutter besucht wird er kurz ohnmächtig und erwacht als 14-jähriger in den 60er Jahren wieder auf. Der Alltag von damals kehrt wieder ein, sein Vater hat seine Familie noch nicht verlassen und seine Mutter ist noch nicht an gebrochenen Herzen gestorben. Mit dem Körper eines Teenagers und dem Verstand eines Erwachsenen ausgestattet, versucht er den Lauf der Dinge zu ändern, muss aber schlussendlich die Entscheidung seines Vaters akzeptieren. Ein leiser melancholischer Film, der durchaus sehenswert ist.

DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY (gesehen im Cine Center)

Verfilmung des Romans von Oscar Wilde. Mir hat der Film gar nicht gefallen, fand ihn schlecht gemacht. Ich kann nicht mal genau sagen warum, aber er rangiert auf meiner Liste der schlechtesten Kinofilme gleich nach „Short Cut to Hollywood“.

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Kinotipps I

In den letzten Wochen habe ich drei echt gute Kinofilme gesehen, sie sind auch noch nicht allzu lang im Kino.

KICK OFF (seit 7. Mai im Kino, gesehen im Votivkino)

Die Darsteller, ehemalige Obdachlose oder Drogen/Alkoholabhängige, fiebern dem Homeless World Cup in Australien entgegen. Der Film ist witziger als der Trailer vermuten lässt, besonders die Ehrlichkeit und die Kommentare der Darsteller haben den Kinosaal zum lachen gebracht, sehr zum empfehlen, nicht nur für Fußballer. Der Film ist im Sommer auch im Wuk bei der Fußball WM und im Kino unter Sternen (So 18. Juli 2010)  zu sehen:

VINCENT WILL MEER (seit 23.4. im Kino, gesehen im UCI Millenium City)

Ein junger Mann mit Tourette Syndrom, eine jungen Frau mit Anorexie und ein Zwangsneurotiker reißen aus der Klinik aus und machen sich auf eine Reise nach Italien auf – und das mit dem gestohlenen Auto der Heimleiterin, die die Verfolgung ihrer Schützlinge auch bald aufnimmt. Witzige Dialoge, schöne Landschaftsbilder und eine gute Story machen den Movie zu einem Filmvergnügen:

AN EDUCATION (seit 16.4. im Kino, gesehen im Votivkino)

Wenn man so wie ich die 60ies liebt, sollte man sich den Film ansehen. Die Darstellerin Carey Mulligan sieht Katie Holmes zum Verwechseln ähnlich und spielt die Rolle der 16jährigen Jenny sehr gut. Das Drehbuch hat übrigens der bekannte Autor Nick Hornby geschrieben. Jenny´s Traum ist es in Oxford zu studieren und sie kämpft verbissen für ihr Ziel. Käme da nicht ein fast doppelt so alter Gentleman ins Spiel, der sie in die Welt des Jazz, Theaters, glamourösen Parties und nach Paris entführt und auch ihre Eltern bald um den Finger wickelt:

Übrigens wird das Buch „A long way down“ von Nick Hornby demnächst verfilmt. Freu mich schon, denn das Buch über vier Menschen, die am Silvesterabend von einem Hochhaus in den Tod springen möchten und dann zu einer Art Clique zusammen wachsen, ist wirklich gut.

500 days of Summer (Lieblingsfilm 2009) und so weiter

Wann wirds endlich wieder Sommer? Da ich in letzter Zeit eine begeisterte Kinogeherin geworden bin (ein untrügerisches Anzeichen vom Älterwerden?) möchte ich ein paar Worte zum Film 500 days of Summer loswerden. Nachdem ich den Trailer gesehen habe, musste ich den Film unbedingt sehen. Erstens wegen dem tollen Soundtrack („I love the Smiths“) und zweitens wegen Zooey Deschanel, der Hauptdarstellerin. Diese ist übrigens nach einem Roman von J.D. Salinger benannt (wobei Zooey im Buch eigentlich ein Junge ist und es das langweiligste Buch war, das ich jeh gelesen habe. Ich musste mich wirklich dazu zwingen es fertig zu lesen da ich das Ende natürlich wissen wollte, aber außer dass mindestens die Häfte des Buches im Badezimmer spielt und alle Kettenraucher sind, passiert nicht wirklich viel.. Schade, denn der Fänger im Roggen hat mich wirklich begeistert und ich finde Holden Caulfield so sympathisch beschrieben. Wie kann ein und der selbe Autor ein (für mich) wahnsinnig tolles und ein (für mich) wahnsinnig schlechtes Buch schreiben? Doch halt: Das ist mir schon mal passiert: Ich liebe „Auf der Suche nach Captain Zero“,  es hat so einen wundervollen Schreibstil und handelt von einem Surfer und seiner Hündin auf der Suche nach der perfekten Welle und seinem verschwundenen besten Freund irgendwo in Mittelamerika.  Dann las ich voller Erwartung das aktuelle Buch „Can´t you get along with anybody?“ von ihm und war vollends enttäuscht. Was ist aus dem oben beschriebenen offenen und abenteuerlustigen Autor geworden – ein eifersüchtiger Kontrollfreak der noch dazu seitenweise oder eher kapitelweise über seine Lektorin lästert, hat das wirklich was im Buch zu suchen? Zumindest der Titel ist sehr treffend und nein, dieses hab ich wirklich noch nicht fertig gelesen, obwohl es schon Monate am Nachttisch liegt.  Übrigens zum oben erwähnten Buch „Auf der Suche nach Captain Zero“ gibt es auch einen Roadmovie, nämlich Zen & Zero . Ich habe den Film kurz nach dem Lesen des Buches im Schikaneder gesehen und war ziemlich begeistert. Er ist von Österreichern gedreht (jaja auch hier wird Wellenreiten in den letzten Jahren immer beliebter) und sie begeben sich auf die gleiche im Buch beschriebene Route durch Mittelamerika, sie finden sogar den Autor, der in einer kurzen Surfszene an seinem Lieblingsspot zu sehen ist!

Doch halt wir waren doch bei einem anderen wunderbaren Film. Zuviel möchte ich nicht verraten, aber es ist kein Hollywood Film ala Liebe auf den ersten Blick – alle sind happy – dann Streit und grenzenlose Enttäuschung – dann Flughafen und Verfolgung im Taxi – Happy End in letzter Minute am Flughafen beim Boarding usw. Nein, erstens gibt es kein Happy End im eigentlichen Sinne und zweitens ist es hier mal der Mann, genauer gesagt Tom, der sich unsterblich verliebt und Köpfe mit Nägeln machen möchte, während Summer nicht an die Liebe glaubt und nur ihr Leben genießen möchte und einfach Spaß haben will. Ein weiters Plus ist der Aufbau des Films, er springt immer wieder zwischen den 500 Tagen vor und zurück und so bleibt er immer spannend. Zooey Deschanel ist wirklich süß und ich liebe ihren verspielten 60ies Kleidungsstil mit Kleidern, Cardigans & schwarzen Strumpfhosen und ihre Lieblingsfarbe ist angeblich ebenfalls wie meine Blau. Außerdem spielt sie noch in einer Band, nämlich She & Him, ein echtes Multitalent eben. Zooey – ein weiblicher George Clooney? Von den einen beneidet, von den anderen begehrt.. Würde ich als Promi geboren, wäre ich gern so wie sie!